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Comments

Olaf Petersen

Ich habe mir zunächst einmal den fraglichen Artikel durchgelesen, bevor ich ihn sowie Deinen Beitrag dazu hier kommentiere. (Und ich füge hinzu, daß ich sonst nichts von Löw gelesen habe.)

Zunächst einmal: Den Versuch des Revisionismus erkenne ich in Löws Artikel nicht. Und wenn Du sagst (=>perverse claim...), er spreche die Deutschen frei und mache die Juden selbst für den Holocaust verantwortlich, so ist Deine Aussage so auch nicht zutreffend, weil Du viele wichtige Passagen des Artikels einfach unterschlägst.

Natürlich gibt es Revisionisten in Deutschland, aber allein anhand dieses Artikels würde ich Löw nicht für einen halten. Wenn Löw recht hat damit, daß es sehr viele Deutsche gab, die von dem aufkommenden Antisemitismus angewidert und schockiert waren, sich unter der zunehmenden Repression aber wegduckten, so kann man eben nicht das deutsche Volk per se für den Holocaust verantwortlich machen - es sei denn, man postulierte eine allgemeine Pflicht zum Widerstand. Als Revisionist - jedenfalls als einer, der im heutigen Deutschland etwas gelten wollte, hätte Löw schon das Recht auf Widerstand als Hochverrat gebrandmarkt.

Für die Rüge des Bundesverfassungsgerichts habe ich durchaus Verständnis. Und ich finde, Du überziehst ganz gehörig, wenn Du Dir einfach ein paar Schlagworte herauspickst und sie aneinanderreihst, um dann Deine eigene polemische Schlußfolgerung anzufügen. Es steht einfach zu sehr im Widerspruch zum tatsächlichen Inhalt des Artikels.

Nun ja. Vielleicht kommt es darauf an, wer es liest und welchen Honig man draus saugt. Vielleicht springen die tatsächlichen Revisionisten auf ihre Weise genauso drauf an wie ein 12-Zylinder wie Du. Eine Neubewertung der Geschichte ist meiner Ansicht aber nicht das Ergebnis der Lektüre.

Da ich etwas in Zeitdruck komme, muß ich diesen Kommentar nun beenden. Bis zum nächsten Mal also.

David

Olaf,

Die völkische Wochenzeitschrift "Junge Freiheit" stimmt Dir zu:

"Das Urteil ist spetakulär, weil es ein staatlich verordnetes Denkverbot zum Einsturz gebracht hat."

Link: http://www.jungefreiheit.de/Archiv.611.0.html

Uebrigens Heribert Prantl in der SZ teilt im Großen und Ganzen meine Meinung ueber Löw und seinen Aufsatz:

"Es soll also, 65 Jahre nach dem Holocaust und von Staatsgeld finanziert, wieder geschrieben werden, dass die Juden selbst schuld sind an ihrer Verfolgung. Die drei Bundesverfassungsrichter, die diese Entscheidung gefällt haben, bedürfen der politischen Bildung."

Olaf Petersen

Es gibt hierzulande keine staatlich verordneten Denkverbote, wohl aber den Straftatbestand der Volksverhetzung. Die "Junge Freiheit" stimmt mir nicht zu, weil sie sehr willkürlich etwas aus Löws Artikel herausliest, was so einfach nicht geschrieben steht. Mit keiner Silbe schreibt Löw, die Juden wären selbst schuld am Holocaust und auch aus dem Zusammenhang ergibt sich das nicht.

Allerdings widersetzt sich Löw der Tätervolk/Kollektivschuldthese, widerspricht dem pauschalen Postulat der Pflicht zum Widerstand gegenüber der "mörderischen Politik" der "Antisemitenpartei NSDAP" zumindestens insofern, als daß eine solche Pflicht scheinbar ausschließlich dem deutschen Volk abverlangt werde. So schreibt Löw z.B., die Sympathisanten der Juden, die sie nicht der Gestapo verrieten, ihnen Zuflucht gewährten, seien ebenfalls Opfer des Dritten Reiches gewesen,"freilich in nicht so schrecklichem Ausmaße wie das Gros der Juden". Warum unterschlägst Du dieses Zitat, David, wenn Du schreibst, die "wahren Opfer" wären laut Konrad Löw "die Deutschen"? Solche Aussagen ins Gegenteil zu verdrehen erinnert mich an den amerikanischen Volkssport, die Franzosen als Volk von Feiglingen und Kollaborateuren zu denunzieren sowie die Resistance und die Ohnmacht des Individuums gegenüber einem Terrorregime zu ignorieren.

Ich kenne das Gesicht des heutigen Revisionismus, David, ich habe mir vor einigen Monaten sogar die Zeit genommen, mit dessen Exponenten kontrovers zu diskutieren (was letztlich ein völlig zweckloses und haarsträubendes Unterfangen war). Wenn Du Löw für einen Revisionisten hältst, dann hast Du noch keinen echten Revisionisten erlebt. Die "Junge Freiheit" segelt scharf an der Grenze des rechtlich noch erlaubten, sie applaudiert Löw - aber gegen Beifall von unerwünschter Seite kann man sich nur schlecht wehren.

dz alexander

I'm no lawyer either, but I do note this passage in a text of comparative law --
"Although the Basic Law protects the freedom of speech, it does so to much more limited degree than does the Free Speech Clause of the First Amendment. The reasons for this are many and varied. Perhaps most significant, free speech simply is not the most important constitutional value in the German legal order; instead, pursuant to the first clause of the Basic Law, human dignity holds this postiton. 3 Article 1 of the Basic Law "is both 'the supreme Constitutional principle' and a fundamental right" 4

THE FIRST AMENDMENT IN CROSS-CULTURAL PERSPECTIVE: A COMPARATIVE LEGAL ANALYSIS OF THE FREEDOM OF SPEECH,
by Ronald J. Krotoszynski , Jr. New York: New York University Press, 2006.
Ch 4 Free Speech in Germany -- Militant Democracy and the Primacy of Dignity as a Preferred Constitutional Value.


This human dignity aspect reminds me of the 'disrespect to an official' offense which suprised me when I first heard about it. Also, do you remember when some politician speculated about Schroder's hair tint, and he sued?
I supect the fact that the article was published and then was trashed with accompanying insults, may have been the reason for the decision.
I'd be interested in Olaf's opinion on this. Or anyone who can access the decision.

Olaf Petersen

Is the freedom of speech really unlimited in the U.S.? I don't think so. In Germany you may not promote, for example, wars of aggression, hate and violence against minorities, criminal activities etc... And if you feel insulted by someone, you can sue him.

The most important difference between the freedom of speech here and there is Germany's (and Austria's, too!) background of totalitarian history. Those who do not learn from history are forced to repeat it, as Mr. Gorbachev said. The Weimar Constitution was weak and unable to prevent totalitarian ideologies from gaining power, but we (the fathers of our constitution) have learned the lessons. As a result, the ugliest, most extreme Nazi propaganda today isn't published in Germany anymore, but in America, where denying the holocaust is a constitutional right.

//more opinion on the Löw case:
http://www.internet-law.de/2010/09/bverfg-verbietet-kritik-an-geschichtsverfalschung.html

David

Freedom of speech is not unlimited in the US, however, the bar for forbidding speech is quite high (yelling "Fire!" in a crowded theater). Hate speech is protected, as long as it is not advocating violence.

It is also very difficult to prevail in a libel case here, especially involving "public figures".

Very interesting perspective on the Grundgesetz, DZ, and the primacy of "dignity".

Olaf Petersen

Eine abschließende Bemerkung: Wie ich eingangs erwähnte, ist besagter Artikel das einzige, was ich von Löw gelesen habe. Mir ist bei meiner recht oberflächlichen Recherche natürlich nicht entgangen, daß Löw sich mit seinen vorherigen Publikationen den Vorwurf eingehandelt hat, Antisemit zu sein. Ob dieser Vorwurf tatsächlich berechtigt ist, kann ich nicht beurteilen. Die Hauptkritik an dem hier diskutierten Artikel, so ist jedenfalls bei genauer Betrachtung mein Eindruck, besteht nicht darin, daß dieser antisemitisch, revisionistisch oder gar volksverhetzend sei. (Sonst wäre er von der Bundeszentrale für politische Bildung von vornherein abgelehnt worden.) Stattdessen wirft man Löw vor, er würde mit diesem Artikel an vorherige, antisemitische Publikationen anknüpfen. Wenn dem wirklich so ist, wirft das natürlich ein ganz anderes Licht auf die Sache.

Kurzum: Ich will hier also nicht partout recht haben, sondern das, was ich schrieb, bezog sich ausschließlich auf den Inhalt des besprochenen Artikels.

David

Olaf, ich bin natürlich dankbar für Deine comments, aber ich bleibe bei meiner Kritik.

Löw's Hauptthese von einer "deutsch-jüdische Symbiose" ist reine Geschichtsverfälschung.

Löws Artikel hätte nie in einer von deutscher öffentlicher Hand unterstützten Zeitschrift erscheinen dürfen. Bertelsmann und die Bpb haben richtig gehandelt, als sie die Auflage eingestampft haben.

Olaf Petersen

Ich weiß nicht, ob Du richtig gelesen hast, was Du als Löws Hauptthese bezeichnest.

Löw schreibt:"Deutsch-jüdische Symbiose als Element deutscher Identität

Wie kann es zu einer fruchtbaren deutsch-jüdischen Symbiose als neuem Element der deutschen Identität kommen?"

Wenn er fragt, wie diese Symbiose zu einem neuen Element der deutschen Identität werden kann, dann verstehe ich ihn so, daß dieses Element bis heute nicht existiert und erst noch geschaffen werden muß.

hattie

There is no doubt that many Jews did what they had to do to stay alive in those times. Just the other night I was at a dinner party whose honored guest was Max Goldberger, a physicist and rocket scientist who worked with Werner von Braun.
http://www.worldbusiness.org/about/academy-fellows/max-goldberger/
The fact that people like Goldberger did collude with the Nazis in order to survive in no way justifies letting Germans off the hook. Average Germans were mediocre and mendacious and went along with things in the hopes that they could get their hands on things that did not belong to them. They lacked nobility to a startling degree.

Bugmenotusr

Something that should be studied is Jews moving into other countries only to be removed. Jews were tossed out like a parasitic infection of almost every country they entered from Egypt to Germany. History now is taught through a Jewish perpective where Jews are always the innocent victims and every place and every group that "does Jews wrong" are trashed as irrational devils. We are supposed to believe that all these people across continents and time who rejected Jews had no reason to.

hattie's response shows why Jews have to be bounced out of any society. Jews are their to take advantage of the population. They will justify any action because the population is "medicore" and Jews are "God's chosen people" and "supersmart" etc. That's why Jews murdered in cold blood those Turkish aid workers delivered life saving supplies to Palestinians this past summer. Jews say never again about the Holocaust yet they conduct sterilization against Africans without their knowledge in Israel. Jews crawl into positions of power and decide who gets what and of course they give generously to fellow Jews. One of Jews favorite areas to take over is education. Jews want to believe that the emorously large number of Jews in college are there because of merit instead of ethnocentricity and being able to pay for college. Jews make up 30-70% of the "white" student populations on America's top colleges (outside of California). In California where affirmitive action doesn't exist, Jews only make up 8-10% of the "white" student populations in that state's top colleges. Jews like to deny education opportunities to white people in favor of other Jews. Higher education has a large impact on future opportunities. Remember hattie, Jews chose Germany, Germans did not chose Jews. The one's who wanted to "get their hands on things that did not belong to them" were Jews.

David

@Bugmenotusr,

What a bunch of anti-Semitic drivel. You are delusional.

FreiDenk

Ich halte es durchaus für richtig, die weitverbreitete Meinung zu hinterfragen, dass die Mehrheit der Deutschen im Nationalsozialismus die Ermordung der Juden gebilligt hätten. Die deutsche und internationale Selbstgerechtigkeit gegenüber der deutschen Bevölkerungsmehrheit 1933-45 sollte man in der Tat mit einem klaren Blick auf die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen in Frage stellen.

Leider aber belässt es Löw nicht bei diesem (sinnvollen) Teil seiner Argumentation, sondern schreibt zusätzlich Dinge wie:

Zitat:
" Diese Klage des Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden [dass Juden generell manchmal in Mithaftung genommen werden für israelische Politik] in Deutschland ist gerechtfertigt, zumal kein deutscher Jude die israelische Regierung gewählt haben dürfte. Aber ist dieser Vorwurf nicht verständlich angesichts der Tatsache, daß bis heute den Deutschen, die unter Hitler lebten, Kollektivhaftung, ja Kollektivschuld angelastet wird, auch von Samuel Korn? In der Frankfurter Rundschau vertritt er die Auffassung, daß in Deutschland kaum "das Bewußtsein einer zwischen 1933 und 1945 verursachten tiefgreifenden kulturellen und zivilisatorischen Selbstamputation [zu spüren sei]. Dazu hätte es eines Unrechtsbewußtseins der Deutschen nach Kriegsende bedurft." "

Außerdem erwähnt er, (wie David korrekt beschreibt), dass es jüdische Kollaborateure gab, stellt aber auch fest (was David unterschlägt) dass diese in der Regel aus reinem Überlebenswillen gehandelt haben.

Er drückt für pauschale Schuldzuweisungen an Juden für israelische Politik Verständnis, aber keine Rechtfertigung aus und er führt an, dass es jüdische Kollaborateure gab. Da diese zwei Aspekte für seine Argumentation in Bezug auf die Schuld der deutschen Bevölkerungsmehrheit im Nationalsozialismus schlicht irrelevant sind fragt man sich, warum er sie überhaupt anführt.

Es scheint, als fühle er sich als Deutscher von "den Juden" an den Pranger gestellt und habe nun das Bedürfnis, Gegenvorwürfe zu erheben. Das ist eindeutig Antisemitismus aus Schuldabwehr heraus.

Damit disqualifiziert er seinen gesamten Artikel und sorgt dafür, dass seine interessanten Thesen nicht diskutiert werden.

David

@Freidenk,

Sehr guter Kommentar. Vielen Dank!

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