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January 12, 2008

Comments

Hattie

This is excellent commentary. Broszat, too, agreed with Nolte that the period of the Third Reich needed to be studied the same way as any other historical period.
But close examination of archives
and other sources,as well as
the analyis of political, social,
and personal experiences, does not lead to the conclusions that Nolte, Hillgruber, and other right wing historians wanted to make. In particular,the notion that Stalin was an oriental despot who had a bad influence on the German Kulturvolk is a reactionary ploy.
I had not heard the one about how the Jews had declared war on Germany!
For all Nolte and other right wing historians try to dress up their ideas they are purveying simplistic notions in an attempt to exonerate the Nazis.
Have you been following the fuss around Johah Goldberg's book, *Liberal Fascism?* He is getting a proper dressing down from the left for his nonsensical book. Right wing rationalizations and intellectualizations in the U.S. have fallen on hard times since we
got that fool in the White House.

erphschwester

nun, es liegt mir vollkommen fern, irgendwelches rechte gedankengut verteidigen zu wollen. und bei der "jungen Freiheit" ist bekannt, daß man sich dort aus allen möglichen quellen nimmt, was einem gelegen kommt.

aber eines lese ich aus nolte auch heraus. nämlich, daß wir gut daran täten, die dinge aus einem historischen zusammenhang heraus zu sehen.

hitler war kein einzelphänomen seiner zeit und auch die judenverfolgung nicht. die welt hatte ein problem. und sie versuchte, sich dessen zu entledigen, indem überall faschistoide herrscher und faschistoide herrschaftsformen auf den plan kamen: verfolgung der zum feind erklärten (weil vermeintlich problem-verursachenden) bevölkerungsschichten, massive kontrolle und disziplinierung der nicht-verfolgten bevölkerung. und das alles im namen einer - z.t. aus mythischen quellen hergeholten - anschauung von der schaffung einer "besseren welt". (ohne den inbrünstig herbei gewünschten herrschaftsanspruch über den rest der welt ließe sich vieles andere nämlich nicht erklären.)

betrachten wir die dinge so, wird aus dem hitler-faschismus plötzlich ein weltumspannendes problem und andere namen kommen neben hitler ins spiel. verbreitern wir daneben noch den zeitrahmen, stellen wir fest, daß auch wir heutigen in keiner guten zeit leben. wir werden mehr kontrolliert als in jeder vorangegangenen zeit und lassen uns das mehrheitlich gefallen, weil wir "nichts zu verbergen haben". wir reisen gen westen und sämtliche greifbaren lebensdaten von uns sind schon vor uns da. alles im namen einer größeren sicherheit dieser welt. aber: sicherheit wovor? sicherheit vor vermeintlich aggressiven, gar terroristischen kreisen? wer sind die? und: waren die schon immer aggressiv oder was hat sie dazu gemacht? zehren die "bösen" nicht aus ähnlichen quellen wie wir?

zum glück bewahrt uns die politisch-korrekte distanz, mit der wir normalerweise den hitler-faschismus als einzelphänomen betrachten, vor der feststellung von ähnlichkeiten überall auf der welt. man müßte sich plötzlich an die eigene nase fassen und die nazis wären womöglich nicht mehr diese bösen teufel, vor denen man sich in grauen und unverständnis abwendet, weil so etwas einem selber ja auf keinen fall passieren kann.

in wahrheit aber will der mensch lieber dazu gehören, als irgendwo im abseits zu stehen. und wenn er, weil die zustände für ihn unerträglich werden, sich sowieso nicht mehr zugehörig fühlt, sucht er sich neue kreise. auf solche weise wird die npd wählbar und der kreationismus schulfähig, beides wider besseres wissen.


David

@erphschwester,

sicher muss man "die dinge aus einem historischen zusammenhang heraus sehen". da gebe ich professor nolte vollkommen recht. nur, professor nolte sieht kausalitaeten im dritten reich, wo es keine gibt. dadurch relativiert er den genozid, den hitler ins werk setzte. ob sein "relativieren" absichtlich war oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. da er so hochgejubelt wird im jungen freiheit hab' ich einige bedenken.

ich stehe im historikerstreit auf der seite von juergen habermas, der die grundthese von nolte so kritisierte:

"„In diesem Kontext des Schreckens erscheint dann die Judenvernichtung nur als das bedauerliche Ergebnis einer immerhin verständlichen Reaktion auf das, was Hitler als Vernichtungsdrohung empfinden musste“

Hattie

Broszat by sticking to the facts is infinitely more damning than any polemist.
I'm enjoying Kempowski's *Letzte Gruesse.* It is laugh out loud funny in a lot of places. I'm now enjoying his take on the Amish!

erphschwester

keinesfalls wollte ich dem klein-reden von irgend etwas beipflichten. und ich sagte ja oben schon, daß die "junge freiheit" sich her nimmt und in ihrem sinne interpretiert, was und wie sie´s gerade brauchen.
jedoch sollten wir uns nicht in der sicherheit wiegen, daß solche dinge nur unter den damaligen bedingungen in deutschland und unter einem herrscher namens hitler passieren konnten und können. die ziele der niedertracht mögen anderswo andere sein, die herrscher andere namen tragen, die gehirnwäsche vielleicht subtiler funktionieren, aber die foltermethoden sind so ziemlich überall gleich und - was viel schlimmer ist - wir menschen sind allesamt irgendwie gleich schwach.

für eine derartige warnung mag nolte allemal gut sein, seien seine übrigen thesen so mängelbehaftet wie auch immer.

David

vielleicht sollen wir alle Broszat lesen? (ich kenne seine buecher nicht)

erphschwester

es mag dahin gestellt bleiben, ob es das ist, was die welt von uns deutschen erwartet:

(entnommen aus amazon zu "der staat hitlers")
"1969 schloß Broszat sein Buch mit der schmerzlichen Erkenntnis, daß in der Bundesrepublik die "lastende Hypothek" des Nationalsozialismus in den "zahlreichen Äußerungsformen gestörten nationalen und politischen Selbstbewußtseins noch täglich spürbar ist". Dieses Fazit hat auch drei Jahrzehnte später nichts von seiner Aktualität eingebüßt."

übrigens wurde auch broszat später eine nsdap-mitgliedschaft angelastet, von der jedoch nicht klar war, ob er sie bewußt verschwieg oder aber nichts von ihr gewußt habe. (wie auch immer so etwas geht.)

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